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Seminar "Geistiges Schauen" in Lundo - Trient/Italien

vor 10 Minuten
4 Min. Lesezeit

Am 3. und 4. Oktober fand im Italienischen Lundo – nahe dem Gardasee im Trient – ein von vielen Personen lang ersehntes Seminar statt. Unter der fachlichen Leitung von Heinz Grill versammelten sich ca. 130 Personen in der Sonnenoase Naone um eine Disziplin zu schulen und üben, die im normalen Kulturleben des Westens nur wenig Beachtung findet: Das sogenannte geistige Schauen: Übungen zum übersinnliche Wahrnehmen der feineren sensiblen Lebenskräfte. Als Übungsobjekte standen verschiedener Lebensmittel und Gerichte auf dem Programm.

„Wie kommen wir zu ersten übersinnlichen Wahrnehmungen der Lebensmittel und woran bemerken wir, dass diese Wahrnehmungen tatsächlich auch einer übersinnlichen Realität entspringen und nicht unserer Einbildung?“ so stellte sich die große Frage bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.


Heinz Grill, der als spiritueller Lehrer und Autor des Buches „Die gebende Kraft des Menschen“ ein breites und tiefes Fachwissen auf diesem Gebiet der Lebenskräfteschau bei Lebensmitteln erworben hat, wählte mit sicherer Hand einige wenige Lebensmittel zum Übungsinhalt aus. So wurde geschickt eine Überforderung und Zerstreuung der Konzentrationskräfte vermieden und es konnten dennoch bei allen Teilnehmern reale Erfahrungen der Ätherkräfe Wirkungen in die konkrete Erfahrung gebracht werden.


Naone - Sonnenoase: Lebendige Essenspause mit Zeit für individuelle Betrachtungen
Naone - Sonnenoase: Lebendige Essenspause mit Zeit für individuelle Betrachtungen

Als erste Aufgabe sollte von uns Teilnehmern ein Maisfeld in die Aufmerksamkeit genommen werden. Es hatte anschließend jeder über Abend und Nacht genug Zeit, um das Maisfeld vor dem Seminarraum eingehender zu Betrachten und ein gutes sinnlich objektives Bild davon zu machen. Die weitere Frage in der Meditation war folgend: Welche feineren sensibleren Wirkungen gehen von dem Maisfeld aus? Wie wirkt es auf das Empfindungsleben?

Grundvorraussetzung bei dieser – wie auch bei allen folgenden Übungen – ist ein wahrlich objektives Bild, das so frei wie möglich von Sympathie und Antipathie Gefühlen gehalten werden sollte: Im Übungsverlauf des Seminars zeigte sich: je freier sich der Übende von diesen gewohnheitsmäßig gebildeten Gefühlen mach kann, desto fundierter konnten übersinnliche Wahrnehmungen in die reale Erfahrung gelangen.

Am nächsten Morgen eröffnete Heinz Grill das Seminar mit der Frage nach dem Maisfeld und welche Eindrücke die Teilnehmer über Nacht damit gesammelt hatten. Insbesondere die Frage nach dem sensiblen Farbeindruck wurde von Ihm gestellt. Es entfaltete sich unmittelbar eine ruhige konzentrierte Atmosphäre im Raum. Der eigene Körper wie auch das sonst so wichtig erscheinende drängen der äußeren Welt wichen zurück und die Frage erschien in einem faszinierenden anziehenden Interesse weckenden Licht!

Nach mehreren Wortmeldungen, die von Heinz Grill immer sorgfältig und wertschätzend geprüft und reflektiert, jedoch fast nie kommentiert wurden, blieb die Konzentrationskraft und selbstaktive Erkenntnissuche bei jedem Teilnehmer über ca. 1h erhalten. Denn nicht das schnelle vom Referenten mit geteilte Ergebnis ist entscheidend, sondern der Weg und die Auseinandersetzung mit dem Lebensmittel dort hin. Zuletzt löste Heinz Grill die Frage nach der Farbwahrnehmung des Maisfeldes auf. Er räumte durchaus ein, dass je nach dem welchen Aspekt vom Mais man genauer betrachte, die Farbwahrnehmung durchaus variieren kann. Nimmt man jedoch dieses Maisfeld in Lundo vor dem Seminarhaus wie es sich Anfang Oktober diesen Jahres darstellte, so schildert er die Empfindungs-Wahrnehmung eines blauen Farbtons, der allerdings nicht frei ausstrahlt sondern wie in sich selbst eingeschnürt erlebt wird.


Das nächste Betrachtungsobjekt wurde von ihm die Zitrone gewählt. Zunächst wurde eine frische gelbe Zitrone betrachtet. Wieder breitete sich eine intensive konzentrierte Atmosphäre aus. Es waren Farbempfindung wie auch Wahrnehmung zu weiteren übersinnlichen Ausstrahlung gefragt. Relativ deutlich war bei vielen Teilnehmer die starke weite Ausstrahlung der Zitrone bemerkbar. Eine gute Zentrierung in der Mitte mit rosa Farbempfindung und gleichzeitig eine dynamische und gleichwohl sensible Ausstrahlung mit hellblauer Farbempfindung wurde von mehreren Teilnehmerinnen wie auch zuletzt von Heinz Grill selbst geschildert.


Lebenskräfte Wirkung der Zitrone
Lebenskräfte Wirkung der Zitrone - verfasst von Florian Reistle




















 Anschließend wurde die Aufmerksamkeit auf einen Zitronensaft in der Flasche gelenkt. Er wirkte nun nicht mehr so licht und durchstrahlend nach aussen, sondern eher zentrierend nach Innen. Die Frage nach der Wirkung auf den Menschen schloss sich den Betrachtung wie naheliegend an. Hier konnte die frische Zitrone als sehr aktivierend auf den Nerven-Sinnesbereich den Menschen empfunden werden, während der Zitronensaft aus der Flasche eher zentrierend und durchlichtend sowie stärkend auf den Stoffwechselbereich wirkt.


Am Sonntag wurde frisches und mehrere Tage gereiftes Backferment-Brot in die Anschauung genommen. Das frische Brot wurde als erstes in die Konzentration genommen. Wieder erfolgten zahlreiche Redebeiträge, die ein lebendiges Forschen am Thema erkennen ließen. Heinz Grill ordnete und reflektierte die Beiträge, ließ diese in ihrer Selbstgeltung jedoch fast immer stehen. Nach einiger Zeit fertigte er eine Tafelzeichnung an, in der er das frische Brot – ein Focaccio des Abendessens am Vortag – von einer weiten tief-blauen Farbwirkungssphäre umgeben beschrieb. Er schilderte auch, dass diese tief-blaue umspannende Farbwahrnehmung generell oft bei gut gelungenen Getreidespeisen bemerkbar ist.


Frisches Focaccia mit dunkelblauen Ätherwirkungen
Frisches Focaccia mit dunkelblauen Ätherwirkungen - verfasst von Florian Reistle

In einem nächsten Schritt erweiterte sich das Interesse von uns Teilnehmern auf die Frage, wie es sich nun mit dem gereiften Brot verhält? Auch hier wurde in zwei oder drei Konzentrationsphasen ein gutes Bild des gereiften Brotes in der Erinnerung aufgebaut und mit der Frage nach der feineren sensibleren Wirkungssphäre begleitet. Auch hier gab es wieder zahlreiche Schilderungen zu Farbempfindungseindrücken wie auch Empfindungen zur Dynamik am Brot. Da sich das Seminar dann allerdings schon dem Ende neigte, ließ Heinz Grill das Ergebnis noch offen und entließ uns Teilnehmer mit der Aufgabe, das gereifte Brot in den nächsten Tagen weiter in der Konzentration zu bewahren und zu erforschen.

Im Nachklang wirkte das alte gereifte Brot fast wie kristallin, eher wie etwas mineralisch-reines als etwas vital-lebendiges. In würdiger Ruhe, gut zentriert und dennoch ganz leicht und frei silbrig ausstrahlend kam mir das alte Brot entgegen.


Mit großer Freude sollen zu guter Letzt noch die Leistungen der Forschungsküche in Lundo hervorgehoben werden. Sie boten ein wahres Füllhorn an Speisen, Früchten die an mehreren Tischen vergleichsweise angerichtete waren und jederzeit zur eigenständigen Betrachtung einluden. Auch ein Tisch mit frischem und gereiften Brot lud zur konzentrierten Betrachtung ein. Es wurde deutlich, wie das immer bewusster und feinsinnigere Essen, das sich immer freier und freier von subjektivem Gefallen und Mißfallen macht und damit den tatsächlichen Lebensspenden Kern der Lebensmittel näher kommt, eine Kulturaufgabe darstellt, die keine Last sondern eine faszinierende, abwechslungsreiche und erfreuende Angelegenheit werden kann.


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