Inspiration Ernährung - Eine ungewöhnliche Art der Stärkung des Immunsystems

Es gibt viele Möglichkeiten dem Corona-Virus oder allgemein auch anderen Erkrankungen im Herbst & Winter gegenüber zu treten. Und wie bei jeder persönlichen Krise auch, gibt es die Möglichkeit gesundheitlich und seelisch gestärkt oder geschwächt aus dieser Krankheits-Krise hervorzugehen. Der aktuelle gesellschaftliche Diskurs konzentrierte sich in der Vergangenheit dabei hauptsächlich auf die passiven Maßnahmen des „Lockdowns“; wie zu Hause bleiben, eine Maske tragen, Impfung, keine Freunde und Bekannte treffen etc. Wenn wir uns nach aktiveren Möglichkeiten der Gesundheitsstärkung umsehen, stoßen wir direkt auf das menschliche Immunsystem. Wie kann sich der Einzelne aber nun in seinem Immunsystem derart stärken und aufrichten, dass Ihn der Virus nicht so leicht vereinnahmen kann?

Als eine tragende Säule unserer Gesundheit ist die Ernährung ein hoch interessantes Feld, auf dem in mehreren Ebenen kräftigend auf das Immunsystem eingewirkt werden kann. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Lebensmittelauswahl, die Zubereitung wie auch – meist steifkindlich vernachlässigt obwohl vielleicht der schönste Teil der Ernährung – der Verzehr; auf den ich hier ganz speziell einmal eingehen möchte. Nun kann man sich ernsthaft fragen, was denn die Tätigkeit des Essens mit der Stärkung des Immunsystems zu tun haben soll? Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass Angst unser Immunsystem ungünstig beeinflusst. Wir ziehen uns in uns selbst zurück, treten weniger in die soziale Außenwelt und nehmen weniger aktiv und gestaltend am Leben teil. Die Angst reduziert langfristig unsere klare Wahrnehmung und unser klares rationales Denken und verleitet zu unüberlegten irrationalen Handlungen. Auch auf der biochemische Seite des Immunsystem wirkt das andauernde Angstgefühl negativ stimulierend. Wenn das passive sich zurück ziehen die negative Seite darstellt, muss das aktiv darauf zu gehen, die positive das Immunsystem stärkende Seite sein. Wie lässt sich das Essen aktiv gestalten und mit diesem „freudigen auf die Nahrung zu gehen“ - als Gegenbild zur Angst - das Immunsystem kräftigen?


Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, können wir die Ernährung als einen umfassenden Kreislauf mit verschiedenen Stationen betrachten. Er beginnt mit Anbau, Aufzucht und Ernte des Produktes. Es folgen der Transport bzw. die Weiterverarbeitung der Waren, sowie der Verkauf . Nun kommen wir als Verbraucher ins Spiel. In der Schlacht an den Einkaufsregalen landet eine Auswahl an ausgesuchten Lebensmitteln im Käfig unseres Einkaufswagens. Innerhalb der Möglichkeiten unserer Kochkultur werden diese dann zu Hause zubereitet und in einem nächsten Schritt verzehrt. Anschließend bemerken wir an uns mehr oder weniger positive Wirkungen; fühlen uns erfrischt und voller Tatendrang oder eher müde und erschöpft. Im weiteren Verlauf übergeben wir die Überreste einer Toilette unseres Vertrauens, von der aus alles dem Meer zufließt und der Kreislauf über den Regen wieder von vorne beginnt.



Der Blick auf diesen Kreislauf lässt vor unserem inneren Auge ein ganz anderes Bild als gewöhnlich entstehen. Die Betrachtung der einzelnen „Ernährungs-Stationen“ führt unsere Aufmerksamkeit zunächst einmal weg von uns selbst. Wir bemerken die großartige und völlig kostenlose Arbeit der Natur. Viele Tage des Wachstums und der Reife vergehen mit Sonnenschein, Wind und Regen. Die tatkräftige Begleitung dieses Werdens durch zahlreiche Mitmenschen ist dafür Voraussetzung. Wie viele Hände müssen sich tatsächlich regen, bis eine Mahlzeit auf unseren Teller kommt?

Zu welchem Schluss können wir nun für unsere eigene Ernährung kommen? Bewusste Ernährung wird hier mehr als eine innere, lebensbejahende und weit in die Umwelt hinaus schwingende Haltung verstanden. Nicht allein uns selbst und unser Bedürfnis nach dem besten Produkt können wir bemerken, sondern auch die vielfältige Vorarbeit unserer Mitmenschen und der Natur. Können wir diese natürliche Fülle bei unseren täglichen Mahlzeiten bemerken und sogar als liebevolle Grundhaltung gegenüber demjenigen, was uns in der täglichen Ernährung entgegenkommt etablieren, ergibt sich eine heitere lebensbejahende Empfindung, bei der Angst keine große Angriffsfläche mehr vorfindet und damit indirekt unser Immunsystem aufbauend mit Lebenskräften versorgt wird.


Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.“ Marc Aurelius


Kleine Übung – 5 Minuten:

Setzt euch auf den vorderen Teil eines Stuhls. Die Knie rechtwinklig angeordnet und die Fußsohlen plan am Boden aufgelegt. Der Rücken sollte dynamisch aufgerichtet aber nicht starr sein. Nun stellt noch einmal das Bild der Ernährungskreislaufes vor euer inneres Auge. Betrachtet es wie einen Gegenstand mit seinen verschiedenen Stationen. Lasst eure Gedanken einmal nur innerhalb des Ernährungskreislaufes wandern.

Zum Beispiel wie der Landwirt den Samen pflanzte – wie die Sonne die spießenden Pflanzen beschien – wie der Gemüsegärtner die reifen Pflanzen erntete – wie der Lastwagenfahrer die Kisten in seinen LKW einlud etc…

Nun lasst das Bild vor eurem inneren Auge sich entfalten. Welche Empfindung quillt aus Ihm hervor? Welche Empfindung könnt ihr aus dem Bild heraus wahrnehmen?



Als Abschluss noch das wunderbare Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer, der diesen Prozess in ein kurzes schlichtes Gedicht konzentriert hat:





Der Römische Brunnen


Aufsteigt der Strahl und fallend gießt Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfließt In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich

und strömt und ruht.

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