Inspiration Ernährung - Pflanzenportrait Brennessel

Aktualisiert: 14. Aug.

Inspiration Ernährung – Die Brennessel

Wuchert stark? Brennt auf der Haut bei Kontakt mit den Blättern? Kann man aber trotzdem essen? ... Die Brennessel ist ein weitestgehend unbeliebtes Unkraut. Obendrein reizen die Brennhärchen bei Kontakt die Haut – was die Haut durch erhöhte Durchblutung allerdings gut belebt. Gibt man beim Ernten etwas Acht und zupft die Blätter von unten nach oben kommend ab, lässt sich das brennen (fast) vollständig vermeiden. Haben wir dann die geernteten Brennesseln in unserer Küche, können wir die Brennhärchen dadurch unschädlich machen, indem wir mehrmals mit einem Nudelholz über die Tüte/Tasche fahren, in der sich die Brennesseln befinden. Es steigt dann ein typisch würziger, leicht beissender Geruch auf und die Brennesseln lassen sich anschließend wie Salat waschen. Junge Brennesselblätter können als würzige Überraschungs-Beigabe im Salat verwendet werden. Auch gedünstet oder angeschwitzt behalten die Blätter ihren typischen würzigen Geschmack und laden zu einer Vielzahl an kreativen Verwendungsmöglichkeiten ein.

Die Inhaltsstoffe der Brennessel wartet mit beeindruckenden Werten auf. Sie enthält doppelt so viel Eiweiß wie Milch. Zudem wirklich große Mengen der Mineralstoffen Calcium & Eisen. Bei den Vitaminen stechen besonders Vitamin A und C hervor – letzteres fördert wiederum die Aufnahme von Calcium & Eisen im Darm. Sie ist also gleichermaßen bei Osteoporose wie auch bei Eisenmangel & Blutarmut als Unterstützung gut geeignet.

Betrachten wir die Pflanze etwas genauer, fällt ihre vertikale, fast schwerelos wirkende Wuchsform auf. Der dünne aber stabile Stängel, der auch als Faserersatz für Leinen ähnliches Gewebe genutzt wird, lässt die Pflanze hüfthoch ohne Umwege der Sonne entgegen wachsen. Die Blätter empfinde ich als sehr harmonisch geformt. In einer Art länglichen Herzform sind sie zum Stängel hin breiter und laufen nach Vorne hin spitz zu. Die Blattränder sind in gleichmäßigem Rhythmus stark gezackt. Das ganze Blatt ist mit feinen Härchen überzogen, die von der Kieselsäure ihre feste kristalline Struktur und von ihrem Gehalt an Kieselsäure, Ameisensäure und Acetylcholin ihren brennenden Charakter auf der Haut erhalten. An jedem Blattstiel befindet sich nur ein Blatt, die paarweise mit überraschend viel Abstand zum Stengel stehen. Auch der Abstand zum nächsten Blattpaar ist relativ großzügig: die Pflanze scheint sich gerne mit Luft und Licht „umfließen“ zu lassen.



Aus dieser Signatur lassen sich einige interessante naturheilkundliche Heilwirkungen erfassen, die sich bekanntermaßen auf die Blutarmut wie auch auf eine sanft entwässernde Wirkung der Nieren erstrecken. Logisch nachvollziehbar werden diese beiden Wirkungen, wenn insbesondere der Prozess, wie das Licht das wässrige Element strukturiert und entgegen der Schwerkraft „aufrichtet“ in unsere Aufmerksamkeit rückt. Nach Heinz Grill wirkt die nicht sichtbare Lebenskraft des Lichtes – nach der Terminologie Rudolf Steiners auch Lichtäther genannt – auf das Pflanzenwachstum begrenzend und gleichzeitig wie fein kristallin strukturierend. Auch eine große „Aufrichtekraft“ entgegen der Schwerkraft, eine Expansionskraft bewirkt das Lebenskräftewirken des Lichtes. Lasse ich die Brennesselgestalt in freier meditativer Besinnung auf mich wirken, kann ich sowohl Aufrichtekraft wie auch fein gegliederte Strukturen stimmig in ihr wiederfinden.

Im menschlichen Körper lässt sich die strukturierende Wirkung des Lichtes auf das Wässrige in der Blutbildung wie auch in der Nierentätigkeit auffinden. Als Gegenmittel zur Blutarmut ist der hohe Eisengehalt der Brennessel die Substanzgrundlage. Über das Eisen verbindet das Licht den eingeatmeten Sauerstoff mit dem wässrigen Element des Blutes und strukturiert es damit für die Versorgung der Zellen. Zudem vermittelt das immaterielle Licht die besagte „Aufrichtekraft“ an das Blut, dass im Kreislauf auch entgegen der Schwerkraft nach oben fließen können muss.

Auch in der Nierentätigkeit lässt sich die Lichtwirkung wieder finden. Denn gerade auf den Wasserhaushalt strukturieren einwirkend entscheidet die Niere, welche Substanz im Blutkreislauf enthalten bleibt und welche ausgeschieden wird. Auch hier begegnet uns wieder der stark strukturierende und „leicht machende“ Prozess der Licht-Lebenskräfte.

In einer kosmologischen Sichtweise können wir diese Wirkungen auch dem Mars zuordnen. In der griechischen Mythologie ist er der Gott der Zerstörung – oder anders formuliert des Abbaus, der Auflösung. Gleichzeitig aber wirken die Marskräfte über ihr Element des Lichtes auch aufbauend, belebend, strukturierend.

Der Mars ist der bewegteste Planet des Kosmos und bringt auch die Eigenschaft des begehrenden Bewegtseins und Aktivwerdens in die menschliche Natur. Dieser heftige Bewegungsdrang ersucht eine Überwindung von etwas Altem oder Gewordenen um der Neugründung und Erhöhung des Lebens willen. “Heinz Grill

Richten wir noch einmal einen mehr meditativ-empfindungsmäßig erweiterten Blick auf die Brennessel. Wie wirkt Sie auf uns? Was möchte Sie bei uns Menschen fördern? Lasse ich diese Fragen ruhig auf mich wirken, erscheint unsere Wahrnehmung im Kopfbereich (oder auch Nerven-Sinnesbereich) vor meinem inneren Auge. Auch hier findet täglich immerfort ein Loslösen der alten Wahrnehmung von gestern statt, damit Platz entsteht für die frische neue erweiterte Wahrnehmung von heute. Und genau hier scheint mir die Brennessel uns Menschen fördern zu wollen: Das wir immer wieder das Alte, Bekannte, Gewordene loslassen und das Neue Unbekannte mutig ergreifen. Sie fördert damit für jeden von uns individuell ausgeprägt den dafür nötigen, zunächst emotionsfreien, frischen, forschenden, interessierten, liebevoll Anteil nehmenden Blick auf unsere Umwelt. Und könnte damit auch zu einer Symbolpflanze für einen Umweltschutz werden, der nicht allein materialistisch-schützend agiert, sondern nach Erkenntnissen über die Verbindung zwischen Natur und Mensch forscht und den Umweltschutz damit um eine nach tieferen Erkenntnissen orientierte spirituelle Komponente erweitert.

Quellen:

Grill, Heinz – „Die Signatur der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik“ S. 101


Pelikan, Wilhelm – „Heilpflanzenkunde III“ S. 140Ff

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